So baut man einen Tempel

Sizilien - So baut man einen Tempel

Einige der best-erhaltenen griechischen Tempel stehen in Sizilien. Viele Sizilien-Urlauber können es kaum glauben - selbst wenn sie direkt vor einer der riesigen Säulen stehen.

Griechische Tempel wollen einfach nicht in das Klischee von Sizilien passen. Hat man das dann doch einmal "gefressen", will das ungläubige Staunen trotzdem kein Ende nehmen: Wie um Himmels willen haben die alten Griechen soetwas nur bauen können?

Ganz ohne Presslufthammer, Laser und Computer? Und vor allen Dingen ohne Bagger, Schwerlasttransporter und gesperrte Autobahnen? Waren vielleicht doch Erich von Dänikens Ausserirdische am Werk? Waren - wie Däniken titelte - die Götter doch in Wirklichkeit Astronauten?

Nein, die Menschen damals waren ja nicht blöd. Sie hatten nur noch keine einfache Möglichkeit, ihr Wissen aufzuschreiben und so für uns Spätergeborene zu erhalten. Glücklicherweise aber, können wir in unserem Sizilien-Urlaub Tempel nicht nur bestaunen, sondern auch sehen, wie man sie baute.

Auf Sizilien gibt es nämlich einen antiken Steinbruch (siehe Bild), der Hals über Kopf von den Handwerkern verlassen wurde - die "Cave di Cusa" bei Selinunte. Hier fallen die vielen, einfach "so herumliegenden" Säulentrommeln sofort ins Auge. Einige davon sind sogar erst halb aus dem Felsen herausgeschlagen.

Diese Illustration zeigt, wie sich Archäologen die Herstellung von Säulentrommeln vorstellen und diese, wie die alten Griechen sie transportiert haben. Auf der Baustelle angekommen, wurden die grob vorgearbeiteten Säulentrommeln gestapelt (Kräne hatten die Griechen ab ca. 600 v. Chr.) und nachbearbeitet. Dazu wurden "Riefen" in die Säulen gemeisselt und so die Fugen zwischen den einzelnen Säulentrommeln "getarnt".

Ein Sizilien-Urlaub bietet auch hierzu ein lebendiges Beispiel - den berühmten Tempel von Segesta. Auf den ersten Blick fällt nur sein guter "Allgemeinzustand" auf. Der zweite Blick allerdings verrät, daß der Tempel nur ein Rohbau ist: die Säulen sind noch unbearbeitet, die einzelnen Säulentrommeln also sehr gut zu erkennen.

Gut zu sehen sind auch die "Nasen" an den Steinen im Fundament. Sie halfen beim Transport und wurden später abgeschlagen. Gewinnung und Transport der Tempel-Bauteile können wir uns jetzt also ohne Hightech vorstellen.

Wie aber bekamen die alten Griechen einen Tempel so präzise aufgebaut? Ganz ohne Wasserwaage? Ganz einfach: mit Wasser aber ohne Waage! Stellen Sie sich einfach einmal einen kleinen See anstelle des Tempels vor. Weht kein Wind, ist die Wasseroberfläche millimetergenau horizontal ausgerichtet.

Schlagen Sie jetzt einfach je einen Pfahl in die vier Ecken des Sees, markieren Sie den Wasserstand und lassen Sie das Wasser ab. Diese vier Pfähle mit ihren Markierungen sind nun perfekte Bezugspunkte für die Höhe des Tempelbodens.

Wie aber bekommen wir ihn genauso perfekt rechtwinklig? Auch hierzu brauchen wir wieder nur ganz einfaches Werkzeug, nämlich zwei Pfähle und ein paar Schnüre. Das wussten schon die alten Ägypter. Die alten Griechen kannten dank eines gewissen Pythagoras sogar schon die Theorie dazu.

Funktionieren tat das also alles ohne Ausserirdische oder Götter - es war nur "ein wenig" mühsam.

Sizilien schreibt die schönsten Geschichten - noch mehr Kurioses und Interessantes finden Sie hier:

Urlaub auf Sizilien

Video "The Essence of Sicily" starten
Emotionales Sizilien-Video von John Robertson

Einmal alles hinter sich lassen...
Ein letzter Blick durch die regennassen Scheiben des Flughafen-Terminals...

Endlich die Rettung!
Ihr Flug in den Sizilien-Urlaub ist zum Einsteigen bereit.

Zwei Stunden später.
Sonnenlicht durchflutet das Terminal des Flughafen Palermo.

Sizilien schreibt die schönsten Geschichten - noch mehr Kurioses und Interessantes finden Sie hier: